Offenheit und klare Regeln

Christian Wulff und Martin Kind beim Neujahrsempfang des BWA

Großburgwedel, 25.1.2017

Es war ein gelungener, ein kurzweiliger und von inhaltlichen Bekenntnissen geprägter Abend am 24. Januar 2017 in Großburgwedel. Erstmals führte der BWA seinen Neujahrsempfang in einem Landesverband, in Niedersachsen, durch. Der dortige Jahresauftakt ist schon seit Jahren eine feste Größe im Veranstaltungskalender des Landesverbandes. Mehr als 120 Unternehmerinnen und Unternehmer erfreuten sich am festlichen Ambiente des Hotels Kokenhof, das der Unternehmer und Fußballpräsident Martin Kind dem Verband für diesen Abend zur Verfügung gestellt hatte.

 

Martin Kind

 

Martin Kind war es dann auch, der nach einigen einleitenden Worten des Vorstandsvorsitzenden Dirk Bormann und der Landesgeschäftsführerin Silvia Schüller die ersten inhaltlichen Akzente setzte. Sein Bekenntnis zum Mittelstand, zu Familienunternehmen und zur Offenheit unserer Gesellschaft auf allen Ebenen fand großen Anklang. Seine Beispiele machten deutlich, dass der Unternehmer Martin Kind nach einem sehr guten Jahr 2016 für die deutsche Wirtschaft durchaus auch positive Aussichten für das Jahr 2017 sieht. Er sehe es als seine Aufgabe, die Menschen auch auf dem Weg in die Digitalisierung "mitzunehmen" und ihnen Perspektiven aufzuzeigen.

 

Bundespräsident a.D. Christian Wulff


Bundespräsident a.D. Christian Wulff richtete in seiner Festansprache in gleichem Sinne einen klaren Appell an die Anwesenden, ihre Vorbildrolle wahrzunehmen. In den Firmen, aber auch im Privaten gelte es, sich zu bekennen und auch einmal zu widersprechen, wenn "dummes Zeug" erzählt werde. "Jede Generation muss sich die Demokratie und die Freiheit neu erkämpfen. Demokratie ist nicht selbstverständlich", so der ehemalige Bundespräsident deutlich. Er blickte in die Geschichte und machte klar, dass die Weimarer Republik daran gescheitert sei, dass sich zu wenige für sie eingesetzt hätten. Das dürfe nicht noch einmal passieren: "Die Demokratie klingelt nicht, wenn sie geht. Sie ist mit einem Mal weg", so Wulff weiter. Mit Blick auf die aktuelle Situation zitierte er Franz Kafka und sagte "Wir können nicht den Sonnenuntergang bestaunen und uns dann wundern, dass es dunkel ist."

Gelinge es aber, zum Beispiel durch konsequentes Wählengehen aller konstruktiven Kräfte, die offene Gesellschaft zu erhalten und zu stärken, habe Deutschland auch in den derzeit unruhigen Zeiten gute Chancen, führend zu bleiben. Gemeinsam mit China, mit Russland, im Schulterschluss mit seinen europäischen Partnern gäbe es durchaus neue und weitere Möglichkeiten. "Ein Land, das einen Exportüberschuss von mehr als 300 Milliarden Euro habe, müsse sich mit aller Kraft für den Welthandel, für Freihandelsabkommen und für den Abbau von Hürden und Grenzen einsetzen und jedem Protektionismus oder gar Nationalismus entgegentreten" so Wulff weiter.

 

v.l.n.r.: Dirk Bormann, Silvia Schüller, Christian Wulff, Michael Schumann, René Leibold


Dabei gelte es allerdings auch, neben der Offenheit auch auf die Einhaltung klarer Regeln zu bestehen. Dies gelte nach außen wie im Inneren. Im Dialog mit den Teilnehmern nahm er Bezug auf sein Zitat "der Islam gehöre zu Deutschland" und betonte, dass er schon seinerzeit betont habe, dass dies natürlich nur dann und wie für alle anderen Religionen und Weltanschauungen gelte, wenn die klaren Regeln des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft eingehalten würden. "Offenheit und Law and Order", so Wulff abschließend, das sei die Erfolgsformel, die zu befolgen es gerade in diesen Tagen gelte.

Vor der mit viel Applaus honorierten Rede des Alt-Bundespräsidenten war durch die Vorstandsmitglieder René Leibold und Michael Schumann die Kooperation mit der Austrian Asian Association feierlich auf dem Podium begangen worden. Daneben wurde Stefan Griesemann, Geschäftsführer der Thieme GmbH & Co. KG als neues Präsidiumsmitglied in Niedersachsen geehrt und in den Präsidiumskreis aufgenommen.

 

Ehrung der AAA


Während des zwischenzeitlichen Dinners und im Nachgang nutzten die Mitglieder die Chance zu Austausch und Networking begeistert. Bei bester Stimmung klang der Abend dann gegen 23 Uhr aus.