Unternehmertreffen auf der Wartburg

BWA-Unternehmer aus Thüringen und Bayern trafen sich jetzt zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch auf der Wartburg

Eisenach, 6.5.2010

Nicht nur um den wirtschaftlichen Erfolg bemühen sich die Mitglieder des BWA, sondern sie unterstützen auch das kulturelle Leben der Regionen, war vom Landesgeschäftsführer Matthias Anschütz zu hören. Er sprach von der Vorbildfunktion des Unternehmertums. Dass Matthias Anschütz nun nicht mehr nur für Thüringen zuständig ist, sondern auch dem BWA in Bayern vorsteht, kann die wirtschaftlichen Kontakte durchaus beflügeln. Und so avisierte er länderübergreifende Veranstaltungen in beiden Bundesländern. Nach Einschätzung des BWA hinterließ die Wirtschafts- und Finanzkrise "tiefe Spuren". Trotzdem sei es gelungen, in den Unternehmen mit dem Mittel der Kurzarbeit beispielsweise den Mitarbeiterstamm zu erhalten. Nicht unerwähnt blieb die Abwanderungswelle von jungen Leuten aus Thüringen. Matthias Anschütz: "Über die Arbeitsagentur wurden viele junge Menschen fortgeschickt und ihnen teilweise noch der Umzug bezahlt. Nun fehlen diese Arbeitskräfte dem Freistaat. Dazu kommt, dass jeder zehnte Jugendliche seine Ausbildung abbricht. Darum ist es einfach notwendig, Nachwuchsfachkräfte wieder ins Thüringer Land zu holen." Von einer Kooperation zwischen Thüringen und Bayern erhofft sich der BWA sehr viel. Gemeinsame Messen sind vorgesehen. Zusammenarbeit gibt es auch im Bereich der Forschung. So nutzen Thüringer Unternehmer die Forschungseinrichtung "Süddeutsches Kunststoffzentrum Würzburg". Als Basis für die künftige Zusammenarbeit bezeichnete Matthias Anschütz die "bayerische Wirtschaftskraft und die Thüringer Flexibilität".

Franka Hitzing ging auf das in der Öffentlichkeit entstandene schiefe Bild des Managements ein. Nicht zuletzt sei dies den Steuerflüchtlingen geschuldet. Trotzdem, so die Landtagsvizepräsidentin, sollte keinesfalls vom Turbokapitalismus die Rede sein. "Es gibt viele Manager und Firmen, die sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst sind", meinte Franka Hitzing.

 

 

Besonders zielte sie dabei auf den Mittelstand, der sich als große Wirtschaftskraft nicht nur an ökonomischer Effizienz misst, sondern dem auch an Sicherheit für die eigenen Mitarbeiter gelegen ist. Und nicht unerwähnt ließ Franka Hitzing die Unterstützung der Dörfer und Städte durch die heimischen Unternehmen. Dass dem so ist, dafür lieferte die BWA-Tagung auf der Wartburg gleich ein Beispiel. In der nächsten Spielzeit will man den Volleyballclub Gotha unter die Arme greifen. Die Männermannschaft schlug vor 500 Zuschauern in Gotha den Club Freiburg und schaffte den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Zwei Fachvorträge gab es ebenfalls zur Tagung. Unter dem Stichwort "Finetrading" erläuterte Clemens Wagner aus München Möglichkeiten, wie Wareneinkäufe vorfinanziert werden können. Dies ist besonders aktuell, da den Unternehmen durch die Banken nicht immer die erforderliche Unterstützung gewährt wird. Ein weiteres Thema des Vormittages war das sogenannte Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (kurz Bilmog). Jürgen Wrona von der Wirtschaftsförderung der Stadt Eisenach in Vertretung des Oberbürgermeister Matthias Doht verwies darauf, dass der Mittelstand in Eisenach und auch im Landkreis viel Unterstützung erfährt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle : Thüringer Allgemeine, 21.04.10 (Heiko Kleinschmidt)